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09.07.2007 - Downhill WM - Frankreich im Goldrausch

Den Ochsenberg in Albstadt wird der Franzose Harry Perna Zeit seines Lebens in bester Erinnerung behalten. Seinem Weltcup-Erfolg vom Vorjahr ließ er am Samstag den Weltmeistertitel folgen.Lokalmatador Tobias Wöhrle verteidigt DM-Titel - Sandra Knupfer (IHC Bitz), Moritz Nörl (DJK-SV Adlkofen) und Sabrina Weckenmann (WSV Ebingen) liefern erstklassigen Einstand

ALBSTADT In der Siegerzeit von 2:25,08 Minuten raste der 20-Jährige über die Ziellinie. Seine jubelnden Teamgefährten ließen ihn nicht einmal tief Puste holen, sofort eilten sie zu ihm, umarmten ihn und gaben ihm Küsschen, allen voran Séverine Thomas, die kurz zuvor WM-Gold bei den Damen gewonnen hatte. Der entthronte Inline-Downhill-Titelverteidiger David Ladurner aus Österreich stand wie ein betröpfelter Hund daneben: „Ich bin maßlos enttäuscht, dass es nicht gereicht hat. Ich habe eine Kurve zu früh angebremst und habe da die Zeit liegen lassen.“

Dabei hatte auch der 24-Jährige im Finale sein Bestes gegeben. In 2:26,17 Minuten war er um eine ganze Sekunde schneller, als bei seinem Besten von zwei Qualifikationsläufen. In diesen beiden Durchgängen, von denen der beste in das Weltcup-Ergebnis Eingang findet, hatten fast alle Superstars gepokert, am meisten der Franzose Mathieu Prudent, der rund sechs Sekunden langsamer war, als die Spitzenfahrer: „Die Strecke ist schwierig, da braucht man viel Kraft. Ich habe mir meine Energie bis zum Finale aufgehoben, denn nur das zählt.“ Am Ende wurde er Fünfter hinter Perna, Ladurner, dem Österreicher Dominik Dobler und dem Italiener Angelo Vecchi.

Überhaupt keine Möglichkeit sich zu schonen auf der 2,4 Kilometer langen Strecke hatte Lokalmatador Tobias Wöhrle vom WM-Ausrichter WSV Ebingen. Schließlich ging es für ihn auch um die Verteidigung seines deutschen Meistertitels, den er nicht durch einen riskanten Poker aufs Spiel setzen wollte. Gleich im ersten Durchgang legte er eine 2:34,08 vor, die von keinem Konkurrenten mehr unterboten wurde, im zweiten Lauf war er unwesentlich langsamer: „Ich bin enttäuscht“, sagte der 28-Jährige: „Vom Gefühl her waren die Kurven sauberer, aber wohl nicht so schnell.“ Trotzdem hat es gereicht. Zum sechsten Mal wurde Wöhrle deutscher Meister, Silber ging an den 45-jährigen Theo Frommelt (Skate Club Allgäu) und Bronze an Andreas Vidakovic (ICH Bitz). Den undankbaren vierten Platz belegte Thomas Mayer vom IHC Bitz vor dessen Teamgefährten Markus Reichenberger, der mit der WM vor der Haustür seine Downhill-Karriere beendet hat und dies eigentlich auf dem Stockerl tun wollte. Grund zur Freude hatten die Bitzer trotzdem. Bei den Damen holte sich die 20-jährige Sandra Knupfer den Titel, bei den Juniorinnen wurde ihre Schwester Marina Knupfer zweite hinter der Siegerin, der 15-jährigen Sabrina Weckenmann vom WSV Ebingen. Alle drei Damen heimsten zudem ein paar Weltcup-Punkte ein und durften im WM-Finale erneut ran, in dem sie allerdings weit hinter dem Siegertrio ins Ziel kamen. Bei den Junioren feierte der Newcomer Moritz Nörl (DJK-SV Adlkofen) gleich einen Sieg vor seinen Sportkameraden Kevin Stich (WSV Ebingen) und Adrian Griesser (SV Rottweil).

Einen Dreifachtriumph feierten die französischen Frauen. Wie erwartet gewann die 26-jährige Thomas zum fünften Mal in ihrer Karriere WM-Gold – und konnte dies zunächst gar nicht glauben: „Ich bin total überrascht. Ich bin nicht gut gefahren, habe vor einer Kurve viel zu spät gebremst und bin weit hinausgetragen worden.“  Trotzdem hatte sie noch einen Vorsprung von drei Sekunden auf Marjorie Philippoteau und Emilie Sadoux, woraus sie schlussfolgerte, dass ihre Konkurrentinnen eben auch nicht ohne Schnitzer durch den „langen Kurs mit seinen schwierigen Kurven gekommen sind“.Die drei Spitzkehren trennten tatsächlich die Spreu vom Weizen. Während die technisch weniger beschlagenen Fahrer scharf bremsten, nahmen die Besten kaum Tempo weg und schlitterten breitbeinig durch. Ein weiteres Kriterium war die Kondition nach drei Trainings- und zwei Wertungsläufern. So manchen Abfahrer verließ zum Ende hin die Kraft, die Skates flatterten bedenklich, Stürze drohten. Überhaupt kein Problem, weder mit den Kurven noch mit der Kondition, hatte der vor Selbstvertrauen strotzende Perna, der sich den im Vorjahr verlorenen Weltmeistertitel von Ladurner wieder zurückholte: „Ich hatte genügend Energie für das Finale.


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